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Esel und Theologie

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Samstag 18.00 Ökumenischer Wortgottesdienst im Gemeinschaftshaus mit Palmweihe

Esel und Theologie

oder

Was haben Esel mit Gott zu tun?

In der VG Waldlhüttl leben ca. 30 ArmutsmigrantInnen in Gemeinschaft. Zudem gibt es bunte Gärten – gepflegt von ca. 40 Menschen aus vielen Kulturkreisen. Und es gibt Tiere: u.a. Bienen, Schafe, einen Hahn, sogar Schlangen. All das erinnert an den Heilsplan Gottes, all das hat auch Bezug zur Bibel, zum Wort Gottes. Vor vielen Jahren gab man uns auch 2 Esel zur Pflege: Lisa und Pia. Wie die Esel kamen, erklärte . mir Aaron, ein Rom, warum Esel heilige Tiere seien. Wie Jesus auf die Welt kam, rettete die Wärme des Ochsen und der warme Atem des Esels dem Jesuskind das Leben. Auch auf der Flucht nach Ägypten habe der Esel als rettender Fluchthelfer gedient. Und nochmals half der Esel: beim Einzug nach Jerusalem. Jesus wollte nicht auf einem Pferd einreiten. Mit Pferden kamen die Besatzer, die Römer – Jesus wollte auf einem Esel einziehen.

Das wusste Gott. Darum hat er das schon bei der Schöpfung bedacht und versah die Esel mit dem Fellzeichen des Kreuzes; gut sichtbar, bei den meisten Eseln. Ja, sie tragen die Last der Welt, auch Jesus trug die Last der Welt. Darum sind die Esel heilige Tiere. Das erklärte mir Aaron, gesegnet in seiner tiefen Volksfrömmigkeit.

Die Waldhüttleselgenossenschaft begleitet die Esel. Jeden Tag ist jemand anderer dran: sie brauchen Heu, Stroh und Wasser. Man muss den Mist wegräumen, die Hufe reinigen, die

Esel striegeln. Wichtig ist es auch mit ihnen zu reden – zudem sind Esel sehr zärtlichkeitsbedürftig. Wenn sie einen kennen, dann kann man mit ihnen auch spazieren gehen. Wer Esel kennt, erkennt ihre Nachdenklichkeit: Esel sind treue Partner und auch LehrmeisterInnen der Geduld.

Den Leuten, die zeitweise die Einsiedelei des Waldhüttl bewohnen, bieten wir die sg. Eselmeditation an: man lernt viel, u.a. auch die Geduld. Die Eselsgeduld erinnert uns an die unendliche Geduld Gottes mit uns Menschen.

Als LehrmeisterInnen der Geduld lehren uns Esel noch etwas: Neben dem lautstarken „IA“ können Esel mit den Ohren reden. Verschiedenste Stellungen bedeuten Begrüßen, Interesse, Müdigkeit, Angst, Vertrauen, Misstrauen u.a.m. Darauf einzugehen, die Sprache des Hörens zu lernen tut gut, ist eine Übung des Gebetes. Bin dabei diese Sprache zu erlernen.

Nicht umsonst kommt im 4. Buch Mose (Num 22,21-34) einer Eselin ein Schlüsselrolle zu. Der Prophet Bileam ist ziemlich blind – die Eselin kapiert den Ernst der Lage und geht vor dem Engel in die Knie…..während Bileam die Eselin nicht versteht und sogar schlägt. Mehr noch: Bileam musste zugeben: „Ich habe gesündigt…jetzt aber will ich umkehren.“(Num22,34)

Es tut uns gut, von Eseln zu lernen und auf die Geduld und Barmherzigkeit Gottes zu vertrauen.