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Am 23. Mai 2017 startete eine Delegation vom Waldhüttl – Vroni, Ilga, Iwan, Pavlina, Bianca, Robin und Jussuf – frühmorgens mit einem, von Pfarrer Christoph Ord. Praem. zur Verfügung gestellten, roten VW Bus die lange Reise nach Saintes Maries de la Mer in Südfrankreich. Wir nächtigten in einer bescheidenen Herberge in Avignon, am Ufer der Rhone, mit herrlichem Blick zum Papstpalast. Am 24. Mai morgens erreichten wir Saintes Maries de la Mer. Schon tummelte sich viel Volk, Roma, Sinti, Fahrende aus vielen Ländern der Welt im Dorf herum. In der Krypta der Kirche besuchten wir die heilige Sara, hunderte von Leuten stellten sich an. Rund um die kleine Statue, mit einigen Mänteln umhüllt, gab es großes Gedränge. Berührend, wie viele Leute, oft in großer Andacht und Hingabe, die Statue der hl. Sara berührten, streichelten, küssten und verehrten. Einige verharrten betend, einige gerührt, begleitet von Fotoblitzlichtern und Selfies – eine unauslöschliche Erinnerung. Hunderte von Kerzen brannten. Es ist nicht nur ein kirchliches Fest, es ist ein Volksfest. Musikgruppen spielten an den Plätzen auf, Menschen in schönen Kleidern, viele, viele Roma, aber auch viele Gadschi bzw. Touristen (Nichtroma). Bischof François begrüßte uns und fragte auch nach der Situation der Roma in Österreich. „Die Roma haben Überlebensprobleme, das größte Problem sei aber der Antiziganismus,“ so Jussuf.  So sei es weltweit, sagte der Bischof.

Saintes Maries

Um 14.00 Uhr begannen die Feierlichkeiten in der Kirche, alles wurde mit Lautsprechern in das Dorf übertragen. Der Pfarrer erklärte die Verehrung der biblischen Marias, Zeuginnen der Auferstehung, der hl. Salome und der hl. Sara, der Heiligen der Roma, der Fahrenden, der Armen und der Bettler. Bei den Zurufen zur hl. Sara riefen TeilnehmerInnen immer am lautesten. „Weil die Leute die hl. Sara am meisten liebten“, so der Pfarrer, „weil sie mit alle ihren Sorgen und Problemen sich ihr am liebsten anvertrauten.“ In einer langen Prozession begleiteten Hunderte von Pilgern die kleine Statue zum Meer. Auch ein Dutzend Reiter begleitete die schwarze Sara. Am Strand waren es dann Tausende von Leuten.

An diesen Tagen freuten wir uns nicht nur an der Buntheit des Lebens, an den vielen interessanten Menschen von Saintes Maries de la Mer, sondern auch an der wunderschönen Landschaft, an den seltenen Vögeln und an den wilden und schönen Pferden der Camargue. Eine Reise mit Roma vom Waldhüttl: sehr einfach, unkompliziert und sehr fröhlich. Wunderschön, mit staunenden Menschen unterwegs zu sein.

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